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Colorist Markus Wawra von der MCS GmbH Thüringen sorgt für den richtigen Look
Raumschiffartig leuchtet die Bedienkonsole in einem fast mystischen Licht. Draußen ziehen die Galaxien vorbei. Es scheint, als ob der Kommandant des Raumschiffes, vor dem hochauflösenden Bildschirm sitzt und die Erdenbürger bei den alltäglichen Dingen des Lebens beobachtet. Hinter ihm sind drei bequeme Ledersesseln fixiert, die den Mitreisenden ebenfalls einen bestmöglichen Blick auf die Monitore oder die Projektionswand bieten. Doch dies ist keine Szene aus einem Science-Fiction-Film, es handelt sich um die Farbkorrektur-Suite der MCS GmbH Thüringen in der media city leipzig.
Unser Kommandant heißt Markus Wawra und ist Colorist. Er ist gerade dabei eine Folge des Erfolgsformats „Schloss Einstein“, der Saxonia Media, zu bearbeiten. Wawra schaut genau hin: Szene für Szene, Bild für Bild und sehr bedächtig. „Hier“, sagt er und zeigt auf den Monitor, „an dieser Stelle müssen die Lichtverhältnisse angepasst werden. Es gibt kleine Abweichungen in den Rottönen“ und korrigiert diese sogleich mit einem der zahlreiche Bedienelemente. Redakteure, Produzenten oder Regisseure können hinter ihm Platz nehmen, um die Arbeit an Ihrem Werk zu verfolgen.
Wawras Arbeitsgerät ist ein leistungsstarker Rechner. Mit einem Panel steuert er die Korrektursoftware, die Kringel und Kugeln auf dem Bildschirm erzeugt, die wiederum die Werkzeuge für Änderungen von Farbwerten und Helligkeit sind. In die Software integrierte Messgeräte zeigen zwar Zahlenwerte an, aber die nutzt Wawra nur zur Unterstützung. Er weiß, dass seine Augen mehr sehen.
Der besondere Look
Kleine Schwankungen im Farbspektrum sind übrigens ganz normal, erklärt der Colorist: „Beispielsweise, wenn beim Dreh Sonne und Wolken schnell wechseln und das Drehteam keine Zeit hat, auf die gleichen Lichtverhältnisse zu warten.“ Im Mittelpunkt der Korrekturen stehen nicht etwaige Fehler, sondern das einheitliche Erscheinungsbild eines Films.
Kameramann und Regisseur entscheiden sich aus inhaltlichen Gründen für einen bestimmten Look – etwa gedimmtes Licht, geringerer Kontrast bei einer Traumszene oder eine dominierende Farbe. Und für diesen Look ist Markus Wawra gefragt. Bei der Arbeit ist es üblich, dass der Kameramann oder der Regisseur eine Zeit lang „ihrem“ Coloristen zur Seite stehen.
Erfahrung zählt
Seit knapp zwei Jahren coloriert der gelernte Film- und Videoeditor „Schloss Einstein“ und hat dabei eine ganze Menge Erfahrung sammeln können. Inzwischen konnte Wawra auch schon einen kompletten Tatort und diverse Dokumentationen colorieren. „Je länger man diese Arbeit macht, umso mehr sieht man“, sagt Wawra. Und den geschulten Blick nimmt er mit nach Hause: „Inzwischen kann ich keine Kinofilm mehr gucken, ohne auf den Look des Films zu achten“, schmunzelt Wawra.